Katzenschnupfen
Auszug aus der Tierhomöopathie I/2012

„Meine Katze hat Schnupfen“. Das klingt erst mal harmlos. Ist es aber nicht. Denn der sogenannte Katzenschnupfen ist eine deutlich schwerwiegendere verlaufende Krankheit als das, was wir beim Menschen als Schnupfen kennen.



Unbedingt ist der Katzenschnupfen von einer herkömmlichen Erkältung, die auch unsere Tiere bekommen abzugrenzen. Aber dies ist leider gar nicht so einfach. Ganz besonders zu Beginn der Erkrankung. Eine harmlose Erkältung sollte in der Regel nach spätestens zwei Wochen abgeklungen sein.

Ein Abstrich von der Augen-, Maul- oder Zungenschleimhaut ist eine Möglichkeit weitern Aufschluss zu bekommen, denn am Katzenschnupfen sind verschiedene, dafür typische Erreger beteiligt.

80% der Infektionen werden durch das feline Calicivirus (FCV) und das feline Herpesvirus-1 (FHV-1) hervorgerufen. Darüber hinaus sind Bordetella bronchispetica sowie Mykoplasmen beteiligt, bei denen es sich jeweils um Bakterien handelt.
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Felines Herpesvirus 1 (FHV-1)

Dieses Virus verursacht schwere Entzündungen im Nasen- und Rachenraum. Niesen, starker Speichelfluss, Appetitlosigkeit und Fieber, später meist ausgeprägter Augen- und Nasenausfluss und Bindehautentzündung sind die typischen Symptome, die auftreten. Manchmal zeigen die Katzen auch eine erschwerte Atmung und Husten. Wenn die Schleimhäute so stark angegriffen sind, dass es zur Nekrose kommt, dann kann dies zu chronischer Nasenschleimhautentzündung (Rhinitis) oder auch zu chronischer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) führen. Auch Veränderungen am Auge können sich entwickeln. Zunächst entsteht eine Hornhautentzündung und im weiteren Verlauf zu einem Hornhautödem. Es kann zum Verlust der Sehkraft kommen. Wird die Katze nicht rechtzeitig behandelt, muss auch evtl. das betroffene Auge entfernt werden. 
Felines Caliciverus (FCV)

Bei den anfänglichen Symptomen kommt es zu einer geringen Störung des Allgemeinbefindens mit vorübergehendem Fieber, leichtem Niesen und Bindehautentzündung. Ein charakteristisches Symptom für eine Infektion sind jedoch großflächige Geschwüre auf der Zunge, dem weichen und harten Gaumen, den Lippen und Nasenöffnungen. Diese sind sehr schmerzhaft für die Katze, weshalb die Tiere oft das Futter verweigern und sich der Gesamtzustand verschlechtert. Manche Varianten verursachen aber auch andere Verlaufsformen wie Pneumonien (Lungenentzündung), Durchfall oder Lahmheit. Diese Lahmheit wird wahrscheinlich durch die direkte Virusvermehrung in den Gelenken verursacht. Auch nach einer Impfung gegen Katzenschnupfen kann es zu Lahmheit kommen, die 1-2 Tage anhält. Chronische Infektionen verursachen massive, gerötete, manchmal blumenkohlartig wuchernde Veränderungen im Rachenbereich. Häufig sind die betroffenen Katzen dann auch gleichzeitig mit dem Felinen Imundefizienz Virus (FIV), auch als Katzenaids bezeichnet, infiziert. 
Chlamydophila felis

Dieser Erreger bevorzugt das Bindehautgewebe. Bis zu 30% aller chronischen Bindehautentzündungen sind auf eine solche Infektion zurückzuführen. Das auffälligste Symptom ist die anhaltende Bindehautentzündung (Konjunktivitis) mit ausgeprägtem Ausfluss, der anfangs klar ist und später eitrig wird. Die Katzen kneifen die Augen zu aufgrund von Schmerzen oder auch, weil sie lichtempfindlich sind. Die Bindehäute sind gerötet und geschwollen. Anfangs ist nur ein Auge betroffen, später meist beide. Selten tritt leichter Nasenausfluss, Niesen, Husten sowie Fieber auf. 
Bordetella bronchiseptica

Hier treten vorwiegend Symptome im Zusammenhang mit der Atmung auf, wie zum Beispiel Husten, Niesen und Rasselgeräusche in der Lunge. Es kann auch zu Fieber kommen. Die Symptome klingen in der Regel nach 10 Tagen wieder ab. 


Wie gelangen diese Erreger in die Katze?



Die Übertragung erfolgt vor allem durch den direkten Kontakt von Katze zu Katze. Aber auch Menschen, Käfige und Futter können Zwischenträger sein. Die Viren können in der Katze unbemerkt vorhanden sein. Dies gilt vor allem bei Infektionen mit dem felinen Calicivirus. Die Übertragung von Bordetella bronchiseptica wird nicht nur durch die Tröpfcheninfektion und/oder direkt, sondern auch von Hund zu Katze vermutet.

Man kann davon ausgehen, dass beinahe jede Katze schon Kontakt mit dem Felinen Herpesvirus 1 oder dem Calicivirus hatte. Und nicht bei jeder Katze treten Symptome auf.
Katzen, die Kontakt zu anderen Katzen haben, können sich also jederzeit unbemerkt anstecken.

Um es gleich vorweg zu nehmen: eine Impfung bietet keinen sicheren Schutz. Da Katzenschnupfen von verschiedenen Erregern verursacht wird, schützt eine Impfung nur, wenn der Impfvirus mit dem Erreger übereinstimmt. Auch Tiere, die regelmäßig geimpft wurden, können trotz Impfung Virusträger sein, ohne je Symptome zu haben. Und selbst junge Katzen können bereits trotz der mütterlichen Antikörper, die sie mit der Muttermilch aufnehmen, zu Virusträgern werden. Zudem können sich die Caliciviren stark verändern, so dass die Impfstoffe quasi hinterherhinken. Bereits vorhandene Viren werden durch eine Impfung auch nicht eliminiert.



Die Heilungsaussichten

Die Therapie erfordert vor allem Ruhe, eine liebevolle Betreuung und möglichst gute Hygiene. Die Umgebung sollte warm, sauber und gut belüftet (zugfrei) sein. Ein Wasserbrunnen, der die Luftfeuchtigkeit evtl. erhöht, leistet wertvolle Dienste. Entfernen Sie vorsichtig Augen- und Nasensekrete mit einem weichen, feuchten warmen Tuch. Das Tuch mit warmer Vollmilch zu tränken, eignet sich vor allem dann, wenn die Sekrete eitrig sind- zu erkennen an der grün-gelblichen Farbe. In der Milch sind Enzyme enthalten, welche die Verklebungen besonders gut auflösen. In allen anderen Fällen reicht normales Wasser völlig aus. Wenn Sie möchten, können Sie aber auch Fencheltee verwenden.

Es ist äußerst wichtig, dass die kranken Katzen ausreichend Flüssigkeit aufnehmen. Ist weniger Flüssigkeit im Organismus, werden auch die Absonderungen zäher.

Geben Sie Ihrer Katze vor allem geruchs- und geschmacksintensives Futter. Wärmen Sie es evtl. zur Geschmacksintensivierung vorher etwas an. Oftmals kehrt der Appetit wieder zurück, wenn die Katze wieder riechen kann. Bei Geschwüren im Maul- und Rachenraum ist die Nahrungsaufnahme jedoch schmerzhaft, daher sollten Sie möglichst breiiges Futter servieren.

Um das Immunsystem zu unterstützen werde ich selbstverständlich Ihre Katze homöopatisch individuell behandeln. Eine Mittelangabe ist mir daher hier pauschal nicht möglich. Jeder Patient ist verschieden und benötigt ein eigenes, speziell für ihn bestimmtes Mittel.