Bissverletzungen

Nach einer Beißerei ist zunächst erst einmal zu überprüfen, was für Verletzungen und Symptome vorliegen.
Es muss sehr sorgfältig nach Biss-Löchern gesucht werden, denn sie sind unter dem Fell nur schwer auszumachen. Bisswunden bluten meist kaum und sind in diesem frühen Stadium auch noch nicht geschwollen.
Oft kratzen oder lecken sich die Tiere auch an diesen Stellen und helfen uns somit, die Wunde zu finden. Oft sind aber unmittelbar nach einem Biss noch keine ausgeprägten Schmerzen vorhanden.

Falls Ihr Gefährte (meistens handelt es sich um Hunde) nicht mehr in der Lage ist, selbstständig zu gehen, muss er zum Tierarzt gebracht werden.

Ein eventueller Schock ist in jedem Fall vorrangig zu behandeln.


Kürzen sie im Wundbereich etwas das Fell. Die Wunde sollte nicht komplett rasiert werden, da die Haut unnötig zusätzlich gereizt wird.
Außerdem verursacht das Nachwachsen der Haare später einen zusätzlichen Juckreiz.

Das Problematische an so einem Bissloch liegt darin, dass der Zahn darin jede Menge Krankheitserreger hinterlassen hat.
Das Gewebe, in dem sich das Loch befindet, ist so beschaffen, dass sich die Wände der Verletzung sofort wieder aneinanderlegen, sobald der Zahn wieder herausgezogen wird. Erreger können unter diesem Luftabschluss somit sehr gut gedeihen und sich vermehren.

In der Wunde befinden sich dann immer mehr „Abfallprodukte“ der Immunabwehr (Eiter).
Die verletzte Stelle schwillt an. Da die Wunde aber schon im Vorfeld mit Gewebe verschlossen wurde, wird der Druck immer größer, es sammelt sich immer mehr Sekret an.
Es kann sich ein Abszess bilden.

Dies hat zur Folge, dass der Inhalt des Abszesses, wenn er keinen Platz mehr in einer Wunde hat, unter Druck in das umliegende Gewebe vordringt und neue Infektionsherde bilden kann.

Wird dieser Prozess nicht aufgehalten, kann es zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.
Das heißt, eine Entzündung breitet sich rasend schnell in den ganzen Körper aus.

Es besteht dann absolute Lebensgefahr.



Wichtig:
-eine kleine, tiefe Wunde muss offen gehalten werden.
-Sauerstoffzufuhr muss gewährleistet sein
-ein Ventil muss vorhanden sein, damit Sekrete abfließen können.

Salben sind somit nicht geeignet, da sie Wunden luftdicht verschließen. Auch keine antibakteriellen.

Niemals darf versucht werden, etwas aus der Wunde heraus zu drücken. Durch diesen Druck kann infektiöses Sekret ins gesunde Gewebe gepresst werden.

Der Tierarzt wird Ihrem Gefährten vorsorglich Antibiotika verordnen.

Sollten Sie nicht bei einem Tierarzt vorstellig werden, ist es äußerst wichtig, bei einer Bissverletzung zumindest und auch so schnell wie möglich einen erfahrenen Tierheilpraktiker zu konsultieren, da in diesem Fall eine große Verantwortung und gute Kenntnis über die Versorgung von Wunden vorhanden sein muss um eine Sepsis zu verhindern.

Selbstverständlich darf Ihr Gefährte in dieser Zeit weder schwimmen noch in Pfützen plantschen.

Folgende Symptome sind Besorgnis erregend, besonders, wenn sie erst 2-3 Tage nach der Verletzung auftauchen:
-Die Stelle wird stark schmerzempfindlich
-die Schwellung der Wunde wird heiß, hart und vergrößert sich Richtung Herz
-Das Tier ist matt, apathisch, fiebrig
-die Wunde fängt an, schlecht zu riechen und sieht sehr „ungesund“ aus.

In diesen Fällen suchen Sie bitte als Notfall schnellstmöglich und ohne Verzögerung einen Tierarzt auf, da es sich hier schon um eine Sepsis handeln kann.