Verbrennungen / Verbrühungen

Suchen Sie bitte unverzüglich einen Tierarzt auf, wenn:

-ein Viertel oder mehr der Körperoberfläche verbrannt ist.
-die Verbrennung in irgendeiner Weise offen ist
-die Verbrennung verkohlte (schwarze) Anteile hat
-das Tier Anzeichen von Schock hat







Medizinisch werden Verbrennungen in vier Schweregrade unterteilt:

Grad 1:
Die Haut ist gerötet, fühlt sich heiß an und ist geschwollen. Blasen sind keine vorhanden, jedoch leichter Schmerz. Beispiel: leichter Sonnenbrand
(Auch Tiere, meist mit weißem Fell und allgemeiner heller Pigmentierung (rosa Nasen) können einen Sonnenbrand bekommen. Dieser tritt oft an den Ohrrändern und der Nase auf)  
Grad 2:
Auch hier ist die Haut gerötet, allerdings bereits stärker und es bilden sich Brandblasen. Schwellung und Schmerz ist ebenfalls vorhanden. Eventuell zeigen sich auch schon leichte Schocksymptome. Wichtige Schockanzeichen (dann bitte dringend zum Tierarzt als Notfall) sind starke Blässe, Schwäche, Hecheln/Schwitzen und einen schnellen flachen Puls.  
Grad 3:
Hier handelt es sich um eine offene Wunde, die Brandblasen sind aufgeplatzt. Im Zentrum der Brandwunde bildet sich eine Art Schorf. Dabei handelt es sich um verbranntes Gewebe, das abgestorben ist, also eine Nekrose. Die Wunde nässt, die Nekrose kann braunrötlich bis schwarz sein und zunehmend austrocknen.
(Auch wenn es den Anschein macht, dass diese Nekrose eine Schorfkruste auf einer heilenden Wunde ähnelt, sollte der Schorf nicht vom Körper abgebaut werden, da er giftig ist)
Zudem können Schockzeichen auftreten.  
Grad 4:
Hier sind ganze Gewebebezirke verkohlt, die absterben und in der Folge meist amputiert werden müssen. Diese schweren Verbrennungen kommen nach extremen Hitzeeinwirkungen vor, wie z. B. nach einem Blitzschlag oder Kontakt mit flüssiges Metall  

Bei Verbrennungen/Verbrühungen 3. und 4. Grades besteht Lebensgefahr. Sie sollten unverzüglich einen Tierarzt hinzuziehen.

Ebenso lebensgefährlich sind Verbrennungen und Verbrühungen, die mehr als ein Viertel der Körperoberfläche betreffen. Dies gilt auch bei Verbrennungen 1. und 2. Grades.

Großflächige Verbrennungen führen dazu, dass die Wunde große Mengen an eiweißreichen Flüssigkeiten absondert. Es kommt im Organismus zu einem Mangel an Eiweiß und Wasser. Das Körpereiweiß gerinnt bei Temperaturen über 41 Grad. In Brandwunden befinden sich also sehr viele tote Substanzen. Entzündungen, Nekrosen und Sepsis (Blutvergiftung) können die Folge sein. Aufgrund der Wundausscheidungen entsteht ein hoher Flüssigkeitsverlust. Die Nieren werden dadurch und wegen der großen Mengen abzubauender toter Eiweißsubstanzen stark belastet.



Erste Hilfe:

Nachfolgend gehe ich mit homöopathischen Maßnahmen aufgrund der Lebensgefahr nur auf Verbrennungen / Verbrühungen 1. und 2. Grades ein:

Allgemein bekannt ist die sofortige Kühlung einer Brandwunde.
Homöopathisch wenden wir aber genau das Gegenteil an. Nämlich die Wärme, ganz nach dem Grundsatz der Homöopathie –Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt- (similia similibus curentur). Das bedeutet tatsächlich, dass die Beschwerden einer Brandwunde durch Wärme gebessert werden.

Umfangreiche Versuche namhafter Homöopathen haben gezeigt, dass Brandwunden, die Wärmereizen (gerade so, wie es noch auszuhalten ist) ausgesetzt werden, sehr viel schneller aufhören zu schmerzen und einen wesentlich besseren Heilungsverlauf zeigen.

Wurde Ihr Tier mit heißer Flüssigkeit verbrüht, so trocknen Sie es vorsichtig ab. Sie können bei kleinen Verbrennungen versuchen, Kompressen mit warmer Calendulalösung aufzulegen. Stellen Sie ihm bitte immer reichlich Wasser zum Trinken zur Verfügung.

Sollten sich Brandblasen zeigen, gehen Sie bitte sehr vorsichtig damit um und öffnen Sie sie auf keinem Fall. Auch wenn die Blasen sehr groß sind.
Die intakte Haut über der Brandblase ist ein sicherer Schutz vor Infektionen an der verbrannten Haut. Infektionen sind häufig vorkommende Folgekomplikationen von Verbrennungen. Sollte eine Blase aufplatzen ist sofort eine weitere Behandlung erforderlich, die durch den Tierarzt oder einem erfahrenem Tierheilpraktiker erfolgen kann.

Achten Sie auch bitte auf eventuelle Schockanzeichen. In solch einem Fall müssen sie schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen.

Zur weiteren Behandlung Verbrennungen / Verbrühungen 1. und 2. Grades konsultieren Sie bitte eventuell einen erfahrenen Tierheilpraktiker oder auch Tierarzt, der sich mit den unterschiedlichen Mitteln für Verbrennungen auskennt.

Wundpflege:

Bei der Pflege von heilenden Brandwunden sollte man schon an die Narbenbildung denken. Größere Verbrennungen neigen zu übermäßigen Narbenbildungen und das beste Mittel dagegen ist eine Wundpflege mit verdünnter Calendula-Tinktur.