Blutwerte

folgender Inhalt ist ein Auszug aus der Tierhomöopathie Ausgabe I / 2011

Die Blutgruppen unserer Tiere:


Katzen:
Sie besitzen ebenso wie Menschen die Blutgruppenantigene A und B, aus denen dann die Blutgruppen A, B oder AB resultieren. Die Blutgruppe A ist am häufigsten vertreten.

Hunde:
Hier sind bisher mehr als 13 verschiedene Blutgruppenantigene bekannt. Früher hatte man sie ebenfalls mit Buchstaben bezeichnet, heute verwendet man die Bezeichnung
DEA (für "Dog 'Erythrocyte Antigen") und eine Nummer.

Pferde:
Hier kennt man ebenfalls mehr unterschiedliche Blutgruppen als beim Menschen. Allerdings ist man sich noch nicht ganz einig darüber, ob es 7 oder 8 verschiedene sind. Auch hier werden sie mit Buchstaben gekennzeichnet: A, (B,) C, D, K, P, Q, und U (und T) -die Buchstaben in Klammern werden noicht einheitlich verwendet.

  Bedeutung  Mögliche Ursachen bei zu niedrigen Werten   Mögliche Ursache bei zu hohen Werten 
Erythrozyten   Die Erythrozyten enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin der für den Sauerstofftransport zuständig ist   (=Anämie): Eisenverwertungsstörungen, Eisenmangel, Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure, Blutungen (innerlich oder äußerlich), Vergiftungen, zu schneller Abbau oder Zerstörung, spezielle Virusinfektionen (z.B. Ehrlichiose oder Feline Leukose). Weitere Werte wie Hämoglobin, Hämatokrit, gernauere Untersuchungswerte der Erythrozyten sowie Bilirubein- und Gesamteiweißwerte sind nötig, um die Ursache einzugrenzen   Erregung, Sauerstoffmangel in der Umgebung (z.B. im Hochgebirge), Sauerstoffmangel aufgrund von Lungen- oder Herzerkrankungen, Knochenmarkserkrankung, Flüssigkeitsmangel, Schock, Nierenerkrankungen  
Leukozyten   Oberbegriff für die Zellen der Immunabwehr   Virusinfektionen, Blutvergiftung, Schock   Aufregung/Stress, bakterielle Infektionen, Lymphosarkom/Lymphatische Leukämie  
Neutrophile Granulozyten   Spezielle Leukozyten   Blutvergiftung, (v.a. Virus-) Infektionen, Schock   Aufregung/Stress, (v.a. bakterielle) Infektionen, Leukämie, Anämie, Cortison-Medikation, Cushing-Syndrom (v.a. Hund)  
Eosinophile Granulozyten   Spezielle Leukozyten. Achtung, sind bei roh gefütterten Hunden und Katzen physiologisch (=nicht krankhaft) erhöht   Chronischer Stress, Cortison-Medikation, Cushing-Syndrom (v.a. Hund)   Allergie, Eosinophiler Granulom-Komplex (Katze), Felines Asthma, Parasiten (Würmer), Läufigkeit  
Basophile Granulozyten   Spezielle Leukozyten   Hat keine Relevanz   Herzwurmerkrankung/Dirofliariose (v.a. Hund)  
Lymphozyten   Spezielle Leukozyten   Chronischer oder akuter Stress, Cortison-Medikation, Cushing-Syndrom (v.a. Hund), akute Infektionen, chronische Niereninsuffizienz   Erregung, Lymphatische Leukämie/Leukose, chronische Entzündungen (Infektionen, Allergien, Autoimmunerkrankungen, Impfreaktionen)  
Monozyten   Spezielle Leukozyten   Hat keine Relevanz   Akuter oder chronischer Stress, hohes Alter (Hund), Cortison-Medikation, Cushing-Syndrom (v.a. Hund), chronische Infektionen, Infektionskrankheiten in der Heilphase, Nekrose  
Thrombozyten   Wichtig für die Blutgerinnung   Infektionserkrankungen (Feline Leukose, FIV, Parvovirose, Ehrlichiose, Staupe u.v.a., Vergiftungen (auch Medikamente), Autoimmunerkrankungen, Knochenmarktumoren, Milzvergrößerung, chronische Blutung   Erregung, körperliche Belastung, akute oder chronische Blutung, akute oder chronische Entzündung, Tumorerkrankungen, entfernte Milz  
BKS oder BSG (Blutkörperchen-senkungsgeschwindigkeit)   "Senkung" wird dieser Wert auch kurz genannt. Diese Untersuchung besteht darin, dass gemessen wird, um wie viel Millimeter sich die Blutzellen in einem Glasröhrchen in bestimmten Zeiträumen absenken   Flüssigkeitsmangel   Entzündung, Trächtigkeit, Tumorerkrankung (v.a. Leukämie), Niereninsuffizienz  
Glucose   Glucose ist ein wichtiger Energieliferant für den Körper   Blutvergiftung, erhöhte Insulinausschüttung (Insulin-Therapie, Insulinom), Leberinsuffizienz   Stress (v.a. Katze), Diabetes Mellitus, Cushing-Syndrom (Hund), Schilddrüsenüberfunktion (v.a. Katze), Medikamente  
Triglyceride   Neutrales Blutfett, hat als Einzelwert geringere Bedeutung   Hat keine Relevanz   Nach der Futteraufnahme, Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion (Hund), akute Pankreatitis (v.a. Hund), Cushing-Syndrom (Hund), Cortison-Medikation  
Geamteinweiß (TP)   Gesamtkonzentration aller Eiweiße im Blut   Niereninsuffizienz, länger andauernde Futterverweigerung, Leberschäden   Eher selten, Infektionserkrankungen, Flüssigkeitsmangel  
AST (früher GOT) (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase)   Enzym in Muskel- und Leberzellen   Hat keine Relevanz   Leber-, Skelettmuskel- oder Herzmuskelerkrankungen  
ALT (früher GPT) (Glutamat-Pyruvat-Transaminase)   Leberenzym, kommt vor allem in den Leberzellen vor   Hat keine Relevanz   Leberentzündung (Hepatitis), Leberschädigung, Lebertumoren, Leberzysten, Muskelerkrankungen (Pferd)  
Y-GT (Gamma-GT)   Leberenzym, empfindlichster Wert bei Störungen   Hat keine Relevanz   Chronische Lebererkrankungen, Gallengangstau, Erkrankungen mit Leberbeteiligung (Kolik beim Pferd, Darmentzündungen, Leukose, Diabetes mellitus, akute Pankreatitis)  
AP (Alkalische Phosphatase)   Enzym in den Knochen-, Leber-, Gallen- und Nierenzellen und Leukozyten. Die Referenzwerte sind je nach Alter verschieden.   Hat keine Relevanz   Wachstum, Training, Lebererkrankungen, Leberregeneration, Gallengangstau, Knochenerkrankungen, Knochenheilung, Cushing-Syndrom (Hund), Blutvergiftung, Auszehrung, Trächtigkeit (v.a. Katze)  
Bilirubin (Gesamtbilirubin)   Entsteht beim Abbau von Hämoglobin aus den roten Blutkörperchen   Hat keine Relevanz   Leberentzündungen, Leberschäden, Lebertumoren, innere Blutungen, Gallengangstau  
LDH (Lakttdehydrogenase)   Enzym, das in allen Zellen vorkommt und beim Energiestoffwechsel eine wichtige Rolle spielt.   Hat keine Relevanz   Normal bei orientalischen Katzenrassen, Skelettmuskel-, Leber- oder Herzmuskelerkrankungen, maligne Tumoren  
CK (Kreatininkinase)   Muskelenzym, es lassen sich verschieden Untergruppen nachweisen   Hat keine Relevanz   Skelettmuskelerkrankungen, Muskelverletzungen, Krampfanfälle, hochgradige körperliche Belastung, Herzmuskelschädigung (dann spezielles Enzym CK-MB)  
Natrium   Wichtig bei der Regelung des Wasserhaushalts im Körper   Verlust durch Erbrechen/Durchfall, akute oder chronische Niereninsuffizienz, Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison), längere Gaben von Diuretika, starkes Schwitzen (Pferd)   Wassermangel (auch durch Durchfall/Erbrechen oder Schwitzen), salzhaltiges Futter/Trinkwasser, Infusionen, Cushing-Syndrom (Hund), Diabetes mellitus, Diabetes insipidus  
Kalium   Wichtig für den Flüssigkeishaushalt in den Zellen, erforderlich zur Weiterleitung von Impulsen der Nervenzellen und für Muskelbewegungen   chronische Niereninsuffizienz, Verlust durch Erbrechen/Durchfall, Diuretika, Cortisonmedikamention, Cushing-Syndrom (Hund)   Akute Niereninsuffizienz, Harnwegstauung, Blasenriss, Diuretika, ACE-Hemmer, Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison), Gewebszerstörung infolge von Verletzungen, Operationen oder Verbrennungen  
Calcium   Beteiligt an der Blutgerinnung, Erregung von Muskel- und Nervenzellen   Eklampsie, Tetanusinfektion, Nebenschilddrüseninsuffizienz, akute Niereninsuffizienz, Vitamin D-Mangel   maligne Tumoren, Knochenerkrankungen, chronische Niereninsuffiziens, Überfunktion der Nebenschilddrüse, Vitamin D-Überdosierung, Krampfanfälle  
Magnesium   Zuständig für die Reizübertragung in Nerven und Muskeln   Verwertungsstörung, Diuretika, Durchfall/Erbrechen, Pankreatitis, chronische Darmerkrankungen   Akute Niereninsuffizienz, Austrocknung  
Harnstoff   Endprodukt des Eiweißstoffwechsels, Ammoniak wird in der Leber in Harnstoff umgewandelt   Leberinsuffizienz, Eiweißmangel   Akute oder chronische Niereninsuffizienz, Harnwegstau, Blasenriss, Austrocknung, Schock, Blutverlust  
Kreatinin   Muskelstoffwechselprodukt, Ausscheidung über die Nieren   Geringe Muskelmasse   Akute oder chronische Niereninsuffizienz, Austrocknung, Schock, Blutverlust, Herzinsuffizienz  
       

Übersicht der wichtigsten Blutwerte

Da sich die Messgrößen von Labor zu Labor unterscheiden, verzichte ich auf die Angabe von Referenzwerten.

Bitte beachten Sie bei der Betrachtung eines Blutbildes immer, dass es sich dabei um eine Momentaufnahme handelt. Entscheidend ist, wie sich die Werte im weiteren Verlauf darstellen. Daher ist es sinnvoll, mindestens ein weiteres Blutbild erstellen zu lassen, um konkretere Aussagen über den Krankheitsprozess zu erhalten.

Organwerte wie z. B. Kreatinin und Harnstoff oder die verschiedenen Leberwerte müssen immer im Zusammenhang miteinander betrachtet werden. Ist nur ein einzelner Wert "verrutscht", hat das meist keine so große Aussagekraft.

Ich nenne Ihnen in der Tabelle die häufigsten möglichen Ursachen für abweichende Werte. Das bedeutet nicht dass damit alle Ursachen genannt sind.

Die Angaben sind ohne Gewähr